Aktuelle Informationen zu häufigen Fragen:

Frage 1): Was ist los bei Euch? Man kommt telefonisch nicht mehr durch! Ich wollte doch nur eben fragen, wann und ob ich gegen Corona geimpft werden kann!

Uns erreicht im Moment eine große Flut an Anfragen zum Thema Corona-Impfung. Dieses ist kaum noch für uns zu bewältigen. Alleine telefonisch waren es heute hunderte von Nachfragen. Teilweise kommen Patienten in die Praxis, nur um nach einem Impftermin zu fragen. Dieses führt zu Stau und Kontakten vor der Praxis, im Flur und an der Anmeldung. Jeder Kontakt bedeutet aber auch Infektionsgefahr. Die Telefonanlage bricht regelrecht zusammen unter den vielen Anrufen und meine Arzthelferinnen kommen ihrer normalen Arbeit nicht mehr hinterher, weil alle nur noch an das Telefon gebunden sind.

Die Impfung ist natürlich enorm wichtig, wenn wir endlich diese Pandemie meistern wollen. Ich kann es auch nur zu gut verstehen, dass alle Patienten am liebsten sofort ihre Impfung möchten. Aber es gibt auch noch andere Probleme! Es gibt z.B. auch Patienten, die gerade aus dem Krankenhaus entlassen wurden, nach Diagnose einer schweren Krebserkrankung oder nach einem Herzinfarkt. Alle Krankheiten und alle Arbeitsbelastung für uns, die es vor Corona gab, gibt es ja auch jetzt noch! Wir hatten vor Corona schon immer viel Arbeit und es war sehr schwer in einer Akut-Landarztpraxis der Basisversorgung, alle Wünsche immer zur Zufriedenheit aller Patienten zu erfüllen, da oft die Zeit fehlte und eine Terminplanung kaum möglich ist, da immer wieder Akutfälle dazwischen kommen, die nicht planbar sind. Jetzt kommt noch die Diagnostik und Beratung zu Corona dazu, ganz zu schweigen von den aufwändigen Hygienevorschriften, die die Arbeit noch anstrengender und komplizierter machen. Alleine die Coronaabstriche kosten an manchen Tagen einige Stunden. 

Und dann auch noch impfen? Wie soll das denn gehen? Priorisieren, Diskutieren, Patienten informieren, Fragen dazu beantworten, Patienten einbestellen, Aufklären, impfen, Nachbeobachten ... ??? So richtig haben wir auf diese Frage an manchen Tagen auch keine Antwort. Eines ist aber klar: Es muss irgendwie gehen, da es wichtig ist! Wir werden also stets die maximale Menge Impfstoff, die ein Arzt bekommen kann auch bestellen und wir werden uns auch mit aller Kraft bemühen, so viele Patienten wie möglich zu impfen. Wir schaffen das jetzt aber nur, wenn wir alle zusammenhalten! Ich bin mir ganz sicher, dass wir das dann auch hinbekommen! Deshalb bitte ich Sie:

- kommen Sie nicht in die Praxis, nur um nach der Impfung zu fragen! Unnötige Kontakte sind immer eine Gefahr, sich mit Corona zu infizieren!

- Lesen Sie hier regelmäßig im Internet, auf meiner Homepage oder Facebookseite: Es kann gut sein, dass ihre Frage dann schon beantwortet wird.

- Rufen Sie bitte nicht an, nur um nach der Impfung zu fragen. Patienten mit anderen wichtigen Anliegen haben keine Chance mehr durchzukommen und meine Helferinnen sitzen nur noch am Telefon. Wenn Sei ihre Antwort nicht hier auf meiner Seite finden oder auf meiner Facebookseite, schreiben Sie mir bitte eine email an info@dr-leschnik.de und stellen so ihre Frage per email. Bitte haben Sie aber auch Verständnis, dass ich bei hunderten von emails mal den Überblick verlieren kann und auch meine Zeit dafür begrenzt ist. Sollten Sie zum Thema Impfung eine wichtige Frage haben und keine Antwort bekommen, bitte ich Sie, die Frage einfach erneut per email zu stellen. Es kann dann sein, dass ich einfach den Überblick verloren habe.

-Versuchen Sie ruhig und sachlich zu bleiben, auch wenn in ihnen die Emotionen hochkochen. Wir bemühen uns nach allen Kräften und können es dann nicht gut ertragen, wenn Patienten uns unter Druck setzen oder anschimpfen.

- wenn Sie einen Impftermin möchten, klicken Sie bitte oben oder unten auf "Eintrag Warteliste". Sie können es nicht durch ein Telefonat beschleunigen und schon gar nicht dadurch, persönlich in der Praxis vorzusprechen. Im Moment werden alle Patienten aus der Gruppe3 "erhöhte Priorität" geimpft. Es sind aber viele Patienten in dieser Gruppe und die Warteliste ist lang! Viele Patienten mit "erhöhter Priorität" oder ganz ohne spezielle Priorität müssen also noch etwas auf eine Rückmeldung mit konkreter Terminvergabe warten. 

 

Frage 2): Ich habe mich schon vor Ostern bei ihnen gemeldet, dass ich geimpft werden möchte und danach schon 2x auf der Warteliste im Internet eingetragen- habe aber noch keine konkrete Rückmeldung bekommen?

Wir versuchen uns innerhalb 1 Woche bei allen Patienten mit Unklarheiten und noch nicht geimpften Patienten mit hoher Priorität nach ihrer Anmeldung hier zu melden. Bei Patienten ganz ohne Prioritätsgruppe oder Patienten der Gruppe3, für die wir kurzfristig keinen Termin absehen, melden wir uns erst einmal nicht, da wir überhaupt nicht absehen können, wann sie geimpft werden können. Wir sammeln diese Meldungen aber, löschen sie nicht und werden uns melden, sobald sie an der Reihe sind. Sollten Sie dringend auf Rückmeldung warten, schreiben Sie bitte einfach wiederholt an info@dr-leschnik.de . Bei hunderten von mails täglich, können wir auch mal den Überblick verlieren- da sind wir auch ganz ehrlich! Wir impfen nur Patienten, die sich in unserer hausärztlichen Betreuung befinden. Sollten Sie sich nicht in unserer hausärztlichen Betreuung befinden, brauchen Sie auch nicht länger auf eine Rückmeldung zu warten. 

Wir fühlen uns im Moment ganz schön erschlagen, wenn wir die Mengen der Patienten betrachten, die sich auf unserer Warteliste eintragen. Wir haben auch ein schlechtes Gewissen, wenn Patienten im Vertrauen auf einen kurzfristigen Impftermin bei uns, sich eine schnellere Chance im Impfzentrum entgehen lassen. Ich selber kann auch nicht absehen, was für Sie schneller gehen kann. Deshalb verstehe ich gut und würde auch sogar dazu raten, wenn Sie sich zusätzlich auch beim Impfzentrum auf die Warteliste setzen sollten. ABER!!! Bitte sagen Sie unbedingt im Impfzentrum sofort (!!) ab, wenn Sie von uns einen Termin bekommen haben! Es wäre sehr, sehr ärgerlich, wenn im Impfzentrum Impfstoff durch Terminchaos nachher verloren ginge! Das Gleiche gilt für den umgekehrten Fall, dass Sie vom Impfzentrum einen Termin bekommen: Dann bitte unbedingt auch sofort bei uns absagen, damit auch wir planen können und den Impfstoff anders vergeben können!

 

Frage 3): Ich bin pflegender Angehörige und möchte eine Impfung. Wenn das nicht sofort geht, wenigstens ein Attest. Können Sie mir das jetzt mal eben geben?

 

Die Priorisierung wurde aufgehoben. Sie brauchen also keine Atteste mehr. Trotzdem sind immer noch nicht alle Menschen der Gruppe3 geimpft und wir können nicht alle Menschen gleichzeitig impfen. Deshalb kann es trotzdem weiter sinnvoll sein, wenn Sie Belege vorzeigen, da wir persönlich versuchen weiterhin die Reihenfolge anhand der medizinischen Dringlichkeit zu gestalten. Also lasse ich hier zunächst einmal die alten Beschreibungen und den Zeiten der Priorisierung stehen: 

Auch für uns ist es schwierig das alles zu verstehen und zu überblicken. Auch wir können nicht immer garantieren, dass unsere Sichtweise auf diese Dinge die einzig richtige ist. Wir können aber garantieren, dass wir versuchen, die Sache nach bestem Wissen und Gewissen anzugehen.

Ich sehe das so: Ein pflegender Angehöriger kann nur dann eine Impfung bekommen, wenn der zu Pflegende selber mindestens eine hohe Priorität hat. Dieses ist dann der Fall, wenn diese zu pflegende Person über 70 Jahre alt ist oder eine Erkrankung der hohen Priorität hat. Diese Person ist wahrscheinlich dann auch schon geimpft und hat bereits ein Attest für sich, dass die hohe Priorität bescheinigt oder einen Ausweis, der das Alter bescheinigt. Jetzt kann jede Pflegeperson zwei Kontaktpersonen benennen, die sich impfen lassen dürfen. Diese kann aber nicht der Hausarzt benennen: Es muss die Pflegeperson machen. Wenn diese das (z.B. bei Demenz) nicht kann, muss es die gesetzliche Betreuung machen. Wenn diese Betreuung gleichzeitig eine der zu impfenden Kontaktpersonen ist, muss sie sich und eine weitere Person eben selber benennen.

Also muss man folgende Formulare haben, um seine Impfberechtigung als pflegende Angehörige zu belegen:

1) Beweis, dass der Pflegefall hohe Priorität hat (zB. Ausweis für das Alter oder Attest des Hausarztes des Pflegefalles bei speziellen Krankheiten)

2) Erklärung (vom Pflegefall unterschrieben), dass man eine der beiden Kontaktpersonen sein soll. Dazu können Sie sich am besten diese Mustererklärung herunterladen:

https://impftermin.rlp.de/media/files/20210305_Nachweis_Pflegende.pdf

3) Beleg, dass eine Pflegestufe vorliegt (vom MDK die Einstufung oder von der Kasse)

4) Bei Demenz: Beleg vom Amtsgericht, wer die Betreuung hat. In diesem Fall muss die oder der Betreuer:Inn  die unter 2) genannte Erklärung unterschreiben. Wenn man selber als Impfwilliger Angehöriger auch Betreuer ist, muss man selber die unter 2) genannte Erklärung unterschreiben.

Es entzieht sich meinem logischen Verständnis, warum ich als Hausarzt Atteste ausstellen soll für pflegende Angehörige. Oft kenne ich die Pflegefälle gar nicht und bin nur Hausarzt der impfwilligen Angehörigen, oder umgekehrt. Über die anderen notwendigen Details von 1) bis 4) habe ich gar keinen Überblick. Es sollte also ausreichen, wenn Sie die von 1-4) genannten Dokumente vorweisen können. Sollte dieses mal nicht ausreichen, kontaktieren Sie mich bitte unter info@dr-leschnik.de  .

Auch ich kann in meiner Praxis keine pflegenden Angehörigen impfen, wenn mir diese Formulare nicht gezeigt werden. Deshalb bitte ich auch alle pflegenden Angehörigen, mir diese Formulare zukommen zu lassen, wenn man über die "Schiene der pflegenden Angehörigen" eine Impfung wünscht. Da muss auch ich als impfender Hausarzt mir selber die o.g. Formulare zeigen lassen. Es gab z.B.  Fälle in anderen Landkreisen, in denen ein Pflegefall über 6 Angehörige benannt hat. Entsprechend kann ich auch nicht ohne diese Formulare für das Impfzentrum Atteste ausstellen. Wer aber diese Formulare alle hat, braucht meiner Meinung nach auch kein hausärztliches Attest mehr, weil dieses keinerlei Mehraussage bietet.

 

Frage 4): Wer ist denn jetzt dran mit der Impfung? 

Es gibt ab Anfang Juni keine Priorisierung mehr. Somit sind jetzt alle an der Reihe. Schon länger sind die Impfstoffe von Astra und Johnson ganz ohne Priorität zu bekommen, auch für gut über Sinvernenthrombosen aufgeklärte Menschen unter 60 Jahre.

Die Priorisierung wurde aufgehoben. Sie brauchen also keine Atteste mehr. Trotzdem sind immer noch nicht alle Menschen der Gruppe3 geimpft und wir können nicht alle Menschen gleichzeitig impfen. Deshalb kann es trotzdem weiter sinnvoll sein, wenn Sie Belege vorzeigen, da wir persönlich versuchen weiterhin die Reihenfolge anhand der medizinischen Dringlichkeit zu gestalten. 

Frage 5): Wann sind denn die Patienten ohne Priorität an der Reihe?

Die Priorisierung wurde aufgehoben. Sie brauchen also keine Atteste mehr. Trotzdem sind immer noch nicht alle Menschen der Gruppe3 geimpft und wir können nicht alle Menschen gleichzeitig impfen. Deshalb kann es trotzdem weiter sinnvoll sein, wenn Sie Belege vorzeigen, da wir persönlich versuchen weiterhin die Reihenfolge anhand der medizinischen Dringlichkeit zu gestalten. Grundsätzlich können sich ab Anfang Juni aber alle Menschen nun impfen lassen.

 

Frage 6): Ich habe eine Impfung im Impfzentrum bekommen und bin auch bei ihnen auf der Warteliste oder habe bei ihnen eine Impfung kurzfristig in Aussicht und möchte im Impfzentrum absagen. Wie geht das?

Wir fühlen uns im Moment ganz schön erschlagen, wenn wir die Mengen der Patienten betrachten, die sich auf unserer Warteliste eintragen. Wir haben auch ein schlechtes Gewissen, wenn Patienten im Vertrauen auf einen kurzfristigen Impftermin bei uns, sich eine schnellere Chance im Impfzentrum entgehen lassen. Ich selber kann auch nicht absehen, was für Sie schneller gehen kann. Deshalb verstehe ich gut und würde auch sogar dazu raten, wenn Sie sich zusätzlich auch beim Impfzentrum auf die Warteliste setzen sollten. ABER!!! Bitte sagen Sie unbedingt im Impfzentrum sofort (!!) ab, wenn Sie von uns einen Termin bekommen haben! Es wäre sehr, sehr ärgerlich, wenn im Impfzentrum Impfstoff durch Terminchaos nachher verloren ginge! Das Gleiche gilt für den umgekehrten Fall, dass Sie vom Impfzentrum einen Termin bekommen: Dann bitte unbedingt auch sofort bei uns absagen, damit auch wir planen können und den Impfstoff anders vergeben können.

Sie sollten aber keine Termine mehr vereinbaren, wenn Sie einen konkreten Termin an einer Stelle in Aussicht haben. Das kann zu Chaos in der Terminplanung und im schlimmsten Fall zu Impfstoffverschwendung führen. Sollten Sie einen Termin absagen wollen, oder sich von der Warteliste des Impfzentrum streichen lassen wollen, geht das unter 

https://impfportal-niedersachsen.de 

Sollte bereits ein Termin im Impfzentrum bestehen, sollte dieser vorrangig gegenüber einem Praxistermin wahrgenommen werden.

Sollten Sie sich bei uns eingetragen haben und einen Termin im Impfzentrum wahrnehmen, ist es auch enorm wichtig, dass Sie uns informieren!!!!!!!! Nur so können wir den Überblick behalten und Sie von der Warteliste streichen! Kommen Sie dafür aber bitte nicht in die Praxis: Das wäre ein unnötiger Kontaktgrund und eine Infektionsgefahr für Sie und Andere! Rufen Sie auch dafür bitte nicht an, da durch unzählige Telefonate zu diesem Thema unsere Telefonanlage förmlich zusammenbricht! Schicken Sie uns bitte dazu eine email an info@dr-leschnik.de oder klicken Sie auf diesen Link:

info@dr-leschnik.de

 

Frage 7): Ich habe gehört, dass sich nun auch alle jungen Patienten ohne Priorität impfen lassen können, aber nur mit "Astra" oder "Johnson und Johnson". Nun verstehe ich gar nichts mehr! Ich dachte immer Astra wäre nur für die älteren Menschen zugelassen?

Es ist wirklich schwierig bei diesem ganzen Hin- und Her noch den Überblick zu behalten. Ganz aktuell hat Herr Spahn mit den Ministern der Länder verabredet, dass der Impfstoff von Astra Zeneca nun an alle Menschen verimpft werden darf. Das gilt auch für Menschen unter 60 Jahren und für Menschen ohne Priorität. 

Unsere kassenärztliche Vereinigung schreibt dazu: 

"Für die Impfreihenfolge ist die Priorisierung nach der Coronavirus-Impfverordnung zu beachten. Dies gilt seit Anfang Mai allerdings nur noch für den mRNA-Impfstoff von BioNTech/Pfizer und den mRNA-Impfstoff von Moderna, der bislang nur in Impfzentren verimpft wird. Für die Vakzine von AstraZeneca und Johnson & Johnson hat das Bundesgesundheitsministerium die Priorisierung am 6. Mai beziehungsweise am 10. Mai bundesweit aufgehoben. Auch beim BioNTech-Impfstoff haben Ärztinnen und Ärzte die Flexibilität, auf Basis der Impfverordnung nach ärztlicher Einschätzung vor Ort selbst zu entscheiden, wer wann geimpft wird, wenn dies für eine effi- ziente Organisation der Schutzimpfungen oder eine zeitnahe Verwendung vorhandener Impfstoffe notwen- dig ist – vor allem, wenn damit ein Verwurf von Impfstoffen vermieden wird."

Dadurch wird nun die Möglichkeit eröffnet, auch Patienten unter 60 Jahren ohne Priorität zeitnah eine Impfung zu erhalten, wenn Sie vom Arzt gut über das Risiko von Sinusvenenthrombosen aufgeklärt wurden. Meiner Einschätzung nach, ist das Risiko durch längeres Warten größer, als das Risiko der seltenen Sinusvenenthrombosen. Ich selber bin 50 Jahre alt und habe mich nun mit Astra erst- und zweitimpfen lassen, da ich den Impfstoff für mich auch für sicher halte. Meiner Kenntnis nach hat sich auch unser Gesundheitsminister Jens Spahn soeben mit Astra impfen lassen, obwohl er 40 Jahre alt ist.

Was ist mit Patienten der Priorität 3 -sollten sie nicht besser auf Biontech warten, da sie sowieso bald dran sind?

Ich denke nicht! Auch Patienten der Gruppe3 sollten sich möglichst mit Astra oder auch Johnson und J. impfen lassen, wenn sie über 60 Jahre alt sind. Auch hier empfehle ich Männern über 50 Jahren ebenfalls das Gleiche, obwohl sie eine gesonderte Aufklärung über ein leicht erhöhtes Risiko für Sinusvenenthrombosen erhalten müssen und Männern zwischen 20 und 50 und Frauen über 55 Jahren, sich die Sache zu überlegen. Ich kann verstehen, wenn die jüngeren Frauen der Gruppe3 lieber auf Biontech warten wollen, würde aber auch diese auf ausdrücklichen Wunsch nach Aufklärung mit Astra oder Johnson impfen, wenn sie das unbedingt möchten.

Man muss auch wissen, dass der Impfstoff von Biotech lange nicht so schnell geliefert wird, wie ich mir das vor einigen Tagen noch gedacht habe. Die nun anstehenden Zweitimpfungen mit BioNtech binden sehr viel Impfstoff, der aktuell für Erstimpfungen dann fehlt. Deshalb wird es sicherlich noch etwas dauern, bis alle Patienten der Gruppe 3 ein Impfangebot bekommen können. Es stehen noch viele Gruppe3 Patienten auf unserer Warteliste! Ich halte den Vorteil also auch für Gruppe3- Patienten für gegeneben, wenn sie mit Astra schneller geimpft werden können. 

Fakten zum Impfstoff von Astra Zeneca und Johnson und Johnson (sie sind sich sehr ähnlich!): 

1)Der Impfstoff von Astra und Johnson ist sehr gut wirksam! Auch wenn einige Studien den Eindruck erwecken, dass mRNA Impfstoffe geringfügig besser vor der Infektion schützen, schützt auch Astra extrem gut vor einem schweren Verlauf- und nur darauf kommt es an! Wenn durch die Impfung mit Astra die Infektion mit Covid19 zu einer harmlosen kleinen Grippe wird, hätte doch Corona seinen Schrecken auch dann verloren, wenn man daran trotz Impfung erkrankt. Deshalb lohnt es sich nicht, mit der Frage übermäßig zu befassen, ob ein Impfstoff zu 80 oder 95% vor Infektion schützt. Wenn er fast 100% vor einem schweren Verlauf schützt, ist er hochwirksam und viel besser, als ich es vor einigen Monaten auch nur zu träumen gewagt hätte! 

2) Der Impfstoff von Astra ist auch sicher! Insbesondere für Menschen über 60 ist er sehr sicher! Ich bitte deshalb all meine Patienten über 60, sich auch mit Astra impfen zu lassen! Für diese Patienten bietet BioNTech überhaupt keine Vorteile! Sie haben damit einen erstklassigen, hochwirksamen und sicheren Impfstoff: Was wollen Sie mehr?

3) Warum sollen sich jetzt die jungen, gesunden Menschen mit Astra oder Johnson impfen lassen, obwohl vorher noch gesagt wurde, dass dieses "verboten" ist? Verboten war das nie! Es war immer auch für Patienten unter 60 Jahren zugelassen. Die STIKO hat aber nach dem etwas häufigeren Auftreten von Sinusvenenthrombosen (also ganz speziellen Gehirnthrombosen) davon abgeraten, dieses nun unkritisch einfach mal so zu machen. Wer sich aber dieses Risikos bewusst ist und aufgeklärt wird, dass man sich bei Alarmzeichen (Kopfschmerzen oder Sehstörungen oder Bauchschmerzen oder Luftnot oder Beinschwellungen oder punktförmige Hautveränderungen oder Blutergüsse) sofort bei einem Arzt melden muss (am Wochenende beim Notdienst), darf sich auch unter 60 mit Astra impfen lassen und ist dann auch bzgl. evt. Folgen genauso gut abgesichert. Man darf sich also selber entscheiden, nach Rücksprache mit dem Hausarzt, dieses kleinere Risiko der Thrombosen bewusst einzugehen, um das größere Risiko, an Corona ernsthaft zu erkranken, zu minimieren.

Patienten ohne Priorität sind unter 60 Jahre alt und gesund. Sie müssten sicherlich noch einige Wochen auf eine Impfung warten. Aber auch sie sehnen sich nach Sicherheit und Impfschutz. Auch Sie wollen wieder möglichst schnell zur Normalität zurück. Welches Risiko ist größer: 3 Wochen später impfen oder Thrombose durch Astra bzw. Johnson und Johnson? Das sind schwierige Fragen, die wohl niemand mit absoluter Sicherheit beantworten kann. Fakt ist, dass diese Thrombosen extrem selten sind. Sehen Sie sich dazu bitte die beiden unten verlinkten Videos vom NDR an und lesen bitte meinen unten ebenfalls verlinkten Aufklärungsbogen. Die meisten Ärzte und Patienten würden diese Frage wohl für sich so beantworten, dass man zwar mit Astra ein kleines Risiko eingeht (es gibt diese sehr seltenen Thrombosen nämlich wirklich und sie stehen auch mit dem Impfstoff in Zusammenhang), das Risiko, welches von Corona ausgeht aber viel viel größer ist, weshalb der Vorteil einer schnelleren Impfung, den Nachteil dieses Risikos deutlich überwiegt.

Ich persönlich empfehle nun folgendes Vorgehen (meine individuelle Einschätzung - Ich erhebe nicht den Anspruch, dass diese Einschätzung, die einzig Richtige ist! Sie werden Ärzte finden, die es anders einschätzen!): 

- alle Menschen über 60 sollten sich mit Astra oder Johnson und Johnson impfen lassen. Das Risiko einer Sinusvenenthrombose ist für alle Menschen grundsätzlich sehr gering und es ist in dieser Gruppe noch einmal wieder viel geringer!

-Männer über 50 Jahren sollten sich auch mit Astra bzw. Johnson und Johnson impfen lassen, insbesondere, wenn sie einen zeitlichen Vorteil dadurch haben. Der Vorteil überwiegt hier dem Risiko, welches durch das Alter unter 60 Jahren ausgelöst wird. Ich gehe davon aus, dass dieser zeitliche Vorteil für Männer der Gruppe3 und Männer ohne Priorität gegeben ist, da selbst Patienten der Gruppe3 eine längere Wartezeit im Moment nicht ausgeschlossen werden kann.

-Männer zwischen 20 und 50 Jahren und Frauen über 55 sollten dieses auch, aber wissen, dass sie ein etwas höheres Risiko haben.

- Frauen unter 55 Jahren sollten sich das gut überlegen. Auch hier scheint der Nutzen einer schnelleren Impfung größer als das Risiko. Ich gebe aber zu, dass ich gut verstehen kann, wenn jüngere Frauen hier etwas besorgt sind und lieber auf BioNTech warten wollen. In dieser Gruppe traten die (immer noch seltenen!!) Nebenwirkungen am häufigsten auf. Sollte eine Frau unter 55 Jahren gerne von mir Astra bekommen wollen und die Aufklärung auch unterschreiben, werde ich die Impfung auch nicht ablehnen.

- Wenn man bedenkt, wie viele Menschen unter 60 Jahren sich jetzt mit Astra oder Johnson und Johnson impfen lassen, um schneller eine Chance auf Impfung zu bekommen, sollten sich zumindest die Menschen über 60 Jahren, für welche das geringste Risiko besteht, auch mit Astra impfen lassen. Leider lehnen dieses viele Patienten ab, was ich extrem schade und auch unbegründet finde. 

 

Im Folgenden finden Sie Links zu NDR Videos zum Thema "Astra für alle ohne Prioritätsstufe". Ähnliches gilt auch für Johnson und Johnson.

Gleiches gilt auch für den Impfstoff von Johnson und Johnson. Sollten Sie eine Einladung zur Astra Impfung von uns bekommen haben, sehen Sie sich diese Videos bitte an, da sie Teil meiner Aufklärung ist:

https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=&ved=2ahUKEwiMp_GK4brwAhVB66QKHXWXAaoQFjALegQIAxAD&url=https%3A%2F%2Fwww.ndr.de%2Fnachrichten%2Fniedersachsen%2FCorona-Impfstoff-Priorisierung-fuer-AstraZeneca-aufgehoben%2Ccorona7776.html&usg=AOvVaw3OhWvdli5Is6K1SntZl0eF

 

https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=&ved=2ahUKEwjO5eKdhLvwAhXF0KQKHbuECbQQFjAJegQIBRAD&url=https%3A%2F%2Fwww.ndr.de%2Fratgeber%2Fgesundheit%2FCorona-AstraZeneca-Impfung-auch-fuer-unter-60-Jaehrige%2Ccorona7654.html&usg=AOvVaw0lYd47HJL6VL8URdXHhW3_

 

Auch diese Daten zeigen, dass eine Impfung mit Astra oder Johnson mit mehr Nutzen bringt als Schaden, insbesondere für Menschen über 40 Jahre. Hier würde nicht nach Männern und Frauen getrennt untersucht. Gerade für Männer sollte dieses noch eindeutiger ausfallen:

https://www.rnd.de/gesundheit/astrazeneca-und-johnson-und-johnson-risiko-nutzen-analyse-der-corona-impfstoffe-CDR7ZBCZFNGSVNIWYXQNO5BCUM.html

Nachdem Sie die Videos gesehen haben, lesen Sie bitte den unten verlinken zusätzlichen Aufklärungsbogen durch, drucken ihn aus und unterschreiben ihn. Bringen Sie ihn zusätzlich zu den anderen Dokumenten, also Aufklärung zu Vektorimpfstoffen (4 Seiten); Erklärung (1 Seite) und Anamnese (1 Seite)  als 7. Seite mit. 

Mir ist dieser Zusatzbogen deshalb wichtig, weil eine Impfung mit Astra an unter 60 jährige nur mit gesonderter Aufklärung und auf ausdrücklichen Patientenwunsch möglich ist:

 

 

Hier der Link zum Download der Aufklärung "Astra" unter 60 Jahren-Risiko und Nutzen":

https://www.dropbox.com/s/gktmk8ru5rkgm8b/aufkl%C3%A4rungAstraunter60.pdf?dl=0

Hier der Link zum Download der Aufklärung "Johnson" unter 60 Jahren-Risiko und Nutzen":

https://www.dropbox.com/s/3stsl3a5jn8ngg2/aufkl%C3%A4rungjohnsonunter60b.pdf?dl=0